Agile Coach Ausbildung | Block 4

Im vierten Block unserer Agile Coach-Ausbildung geht es um “Übergreifend begleiten & Organisationen entwickeln”.


Wir schildern hier einen möglichen Ablauf des Ausbildungsmoduls. Der genaue Ablauf ist immer abhängig von Vorerfahrungen der Teilnehmenden und Fragen. Wir passen den Ablauf ganz oft auf die jeweilige Gruppe an, sodass Inhalte auch manchmal den Block wechseln.

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Ankommen und Reflexion der Hausaufgaben

Wie immer startet auch dieser Block mit einer Ankommensrunde und der Reflexion der Hausaufgaben. Die intensivste Reflexion ist hierbei direkt eine Coachingübung. Das genaue Anliegen legt ihr selbst fest. Wir geben lediglich einen thematischen Rahmen vor: Es sollte etwas mit psychologischer Sicherheit oder Konfliktbearbeitung zu tun haben, um eines der beiden Themen noch weiter zu vertiefen.

Verschwiegenheit & die Dreiecksbeziehung

Nach die in der Coachingübung gemachten Erfahrungen reflektiert wurden (vor allem als Coach), schauen wir uns nun noch einmal die Themen: Dreiecksbeziehungen, Verschwiegenheit und Grenzen des Coachings an. In der Regel sind uns diese Themen schon in Block 2 bei dem Thema Auftragsklärung begegnet. Wir haben sie aber in der Tiefe noch nicht bearbeitet. Deshalb benennen wir nun Kommunikationsaufgaben und -pflichten aller im Coaching beteiligten Personen (Auftraggeber*in, Coach und Coachee(s)) und erarbeiten, wer in welchen Situationen kommunizieren muss. Dabei kommen wir auch zu den Grenzen von Coaching und ermitteln in diesem Zusammenhang Leitfragen. Diese helfen uns in kritischen Situationen bei der Entscheidung, ob ein Coaching der passende Weg für unser Gegenüber ist, bzw. welche Möglichkeiten es gibt, Situationen, in denen die Antwort “nein” lautet, hilfreich aufzulösen.

Bedürfnisse erkennen

Während die Menschen, mit denen wir direkt arbeiten (also unsere Coachees) regelmäßigen Coachingkontakt mit uns haben und es dadurch möglich ist, direkt über Bedürfnisse zu sprechen, bleibt dies insbesondere in der Dreiecksbeziehung für Auftraggebende meist aus. Auch gibt es, gerade im Team- und Organisationskontext, unbekannte Dritte, zu denen wir keinen direkten Kontakt haben. Ein Beispiel:

Ein Projektteam stellt die eigene Vorgehenweise auf Scrum um. Dabei führt das Team regelmäßige Sprint-Reviews durch, zu denen auch die Stakeholder *innen eingeladen sind. Ein Stakeholder war es bisher gewohnt, wöchentlich schriftliche Berichte zum Projektstatus zu erhalten. Diese fallen aufgrund der neuen Vorgehensweise nun weg. Der Stakeholder ist davon nicht begeistert und äußert diese Unzufriedenheit regelmäßig im Review. Das Team hat sich bisher mit der Aussage “In Scrum gibt es solche Statusberichte nun mal nicht mehr” dazu positioniert.

Was dem Team und sicherlich auch dem Stakeholder helfen könnte, ist der Blick auf die Bedürfnisse, die hinter dessen Forderung liegen. Schafft das Team es, diese in den Fokus zu rücken, wird ein aufrichtiges Gespräch über Alternativen möglich. Denn: Die Bedürfnisse des Stakeholders zu ignorieren, wird früher oder später zu einem Konflikt führen. Ein Mangel in der Bedürfniserfüllung geht allein durch Abwarten nicht weg. Es braucht eine aktive Suche nach einer Lösung.

Deshalb investieren wir in der Ausbildung nun Zeit, uns mit genau dieser Frage auseinanderzusetzen: Welche Bedürfnisse könnten dahinterliegen, wenn Person X im “alten Paradigma” verharrt und weiterhin Artefakte fordert, die er/sie aus der klassischen Welt kennt? Denn wenn wir Hypothesen zu den Bedürfnissen haben, können neue Antworten gegeben werden, die besser in die agile Vorgehenweise integriert werden können. Diese Artefakte für die komplexe agile Welt sammeln wir im Anschluss.

Ist diese Übung beendet, machen wir unsere Abschlussrunde und genießen anschließend unseren Feierabend.

Tag 2 der Agile Coach Ausbildung (Block 4)

Nach der Willkommensrunde an Tag 2 starten wir direkt in eine Übung: Anhand eines Fallbeispiels entwickelt ihr in Kleingruppen bis zu drei Prozessdesigns für die agile Transformation eines Unternehmens. In einem Gespräch müsst ihr diese Vorschläge dann vorstellen und eure potenziellen Auftraggeber*innen überzeugen (in dem Fall uns Trainingskräfte). Im Anschluss reflektieren wir gemeinsam die Vorschläge und erarbeiten uns Stärken und Schwächen der jeweiligen Lösungen. Als Abschlussübung des Tages schauen wir uns dann übergreifend noch einmal an, welche Artefakte, also Coaching-Kontaktpunkt-Möglichkeiten es je nach Kontext (Einzelperson, Team oder Organisation) gibt.

Modelle in Block 4

Auch im vierten Block nehmen wir uns zwischen den Inhalten immer wieder Zeit, uns gemeinsam Modelle zur Hypothesenbildung anzusehen. In jedem Fall betrachten wir die Diffusionstheorie von Rogers, weil sie gerade in der agilen Transformation sehr wertvoll ist. Abhängig von der Zeit kommen noch weitere Modelle, wie z.B. das Riemann-Thomann-Modell oder Projektion / Übertragung dazu. Schaffen wir sie in diesem Block nicht, holen wir sie in Block 5 nach (oder sie sind Teil des Abschluss-Handouts).


Die Hausaufgabe in Block 4 lautet vor allem: Abschlusspräsentation vorbereiten. In Block 5 präsentieren nämlich alle Teilnehmenden jeweils das, was sie unter dem Motto “Meine Entwicklung als Agile Coach” als wichtig empfinden.

Die Abschlussrunde zu Block 4 wirft vorher aber noch die Frage auf, welche Inhalte in Block 5 noch einmal wiederholt bzw. vertieft werden sollen. Damit wir den 5. Block genauso gestalten können, wie es die aktuelle Gruppe braucht.


Unsere nächste Agile Coach-Ausbildung startet im Mai 2025. Hier findest du alle Details.

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