Agile Coach Ausbildung | Block 3

Im dritten Block unserer Agile Coach-Ausbildung steht das Thema Team-Coaching im Fokus: “Entwicklungsprozesse & Teams begleiten”.


Wir schildern hier einen möglichen Ablauf des Ausbildungsmoduls. Der genaue Ablauf ist immer abhängig von Vorerfahrungen der Teilnehmenden und Fragen. Wir passen den Ablauf ganz oft auf die jeweilige Gruppe an, sodass Inhalte auch manchmal den Block wechseln.

Zu den weiteren Artikeln: Block 1Block 2 | Block 4 | Block 5


Ankommen, Hausaufgaben & Coachingübung

Bevor wir uns in diesem Block voll und ganz auf das Thema Teams konzentrieren, starten wir auch hier wieder mit einer Ankommensrunde. Im Anschluss schauen wir uns gemeinsam die Hausaufgaben an — dies geschieht mit zwei unterschiedlichen Übungen:

Der erste Teil der Hausaufgabe war die Recherche eines Modells zur Teamanalyse und -entwicklung. Hier tragt ihr nun erst einmal die vorliegenden Informationen zusammen. Wenn wir diese gemeinsam besprochen und dokumentiert haben, geht es direkt in den zweiten Teil der Hausaufgaben-Reflexion: Eine Coachingübung. Diese führen wir nach dem gewohnten Schema durch — mit einer Ergänzung: Bei den Coachingübungen in den vorherigen Blöcken wart ihr als Teilnehmende lediglich unter euch (sofern nicht anders gewünscht). Ab diesem Block nehmen wir als Ausbilder*innen regelmäßig an euren Coachingübungen Teil, um euch in eurer Rolle als Coach besser unterstützen zu können. Wir beobachten, hören zu und geben euch (als Coach) im Anschluss Feedback zum Ablauf des Coachings, unseren Eindrücken zu eurer Coachinghaltung und und und.

Teams vs. Gruppen

Für den Einstieg in das Thema “Teamcoaching” schauen wir uns gemeinsam die Unterschiede zwischen einem Team und einer Gruppe an. Außerdem lernt ihr verschiedene Phänomene innerhalb von Teams und Gruppen kennen, die das Handeln beeinflussen können. Diese Phänomene dienen euch als mögliche Modelle, anhand derer ihr eure Beobachtungen interpretieren könnt.

Über eine Reflexionsübung nähern wir uns im Anschluss dem Thema Psychologische Sicherheit. Dabei bekommt ihr nicht nur theoretische Erläuterungen, sondern erarbeitet gemeinsam auch konkrete Möglichkeiten, um psychologische Sicherheit aktiv zu fördern.

Retrospektiven als Teamcoaching-Element

Ausgehend von der psychologischen Sicherheit lernt ihr die Retrospektive als Teamcoaching-Format kennen. Dabei passen wir die Ausführlichkeit natürlich auf eure Vorkenntnisse an. Wir besprechen in jedem Fall die einzelnen Phasen mit ihren Herausforderungen und gerne auch konkrete Fragestellungen von euch. Im Folgenden erhaltet ihr die Aufgabe, anhand von unterschiedlichen Fallbeispielen Abläufe von Retrospektiven zu entwickeln. Dabei steht hier wieder einmal im Fokus: Welche Hypothesen könnt ihr aus den Fallbeispielen entwickeln? Und welchen Ablauf der Retrospektive nehmt ihr deshalb als wirksam wahr?

Ziel der Übung ist es, unter anderem sehr deutlich zu machen, dass die Retrospektive in ihrem Ablauf einem Coachinggespräch sehr nahekommt und dass die Durchführung von Retrospektiven durchaus einem Coaching-Anliegen angepasst werden sollte. Anstatt Retro für Retro einfach durchzuführen und sich im Zweifel sogar über fehlende Wirksamkeit zu wundern, sollte der Ablauf einer Retro immer zum Coachingauftrag und den zugehörigen Hypothesen passen. Als Coach ist es euer Job, dies zu berücksichtigen.

Natürlich besprechen wir sowohl die Hypothesen als auch mögliche Vorgehensweisen für die jeweiligen Retros in der großen Runde.

Tag 2 der Agile Coach Ausbildung (Block 3)

Nach der Ankommensrunde klären wir zunächst eine beliebte Frage:

”Woran merke ich eigentlich, ob das Systemverständnis von den Coachees ausreicht, um über Lösungen nachzudenken? Wie viel Systemverständnis braucht es, damit sich ein Möglichkeitsraum öffnen kann?”

Hierfür haben wir eine Übung mitgebracht, die in der Regel für viele Diskussionen und noch mehr Erkenntnisse sorgt. Anschließend nehmen wir erneut das Thema Retrospektiven auf und klären Möglichkeiten des Teamcoachings, die vom typischen Ablauf einer Retrospektive abweichen. Dabei kommen wir auf ein weiteres allseits beliebtes Thema.

Der Umgang mit Konflikten

“Ein Konflikt ist eine mindestens von einer Seite als emotional belastend und/oder sachlich inakzeptabel empfundene Interaktion, die durch eine Unvereinbarkeit der Verhaltensweisen, der Interessen und Ziele sowie der Annahmen und Haltungen der Beteiligten gekennzeichnet ist.”

Bundeszentrale für politische Bildung

Konflikte können verschiedene Ausmaße haben und entscheidend ist: Nicht jede Meinungsverschiedenheit innerhalb von Teams oder zwischen zwei Parteien ist ein Konflikt. Dass Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen ihren Wert haben, habt ihr zu diesem Zeitpunkt bereits durch das Thema Psychologische Sicherheit als auch durch verschiedene Modelle gelernt. Deshalb schauen wir uns jetzt das Modell der Konfliktstufen von Glasl an, um vor allem Wissen darüber zu erlangen, wann wir als agile Coach in unserer Rolle aktiv sein und wann wir Konflikte an geeigneter Stelle benennen und eine Bearbeitung an andere abgeben sollten. Dies kann der Fall sein, wenn Konfliktstufen erreicht sind, die entweder durch Mediation gelöst werden müssen (dafür gibt es ausgebildete Mediator*innen) oder Konflikte sich in ihrer Konfliktstufe so hochgeschaukelt haben, dass diese durch hierarchische Strukturen gelöst werden müssen.

Ergänzend lernt ihr an dieser Stelle das Vorgehen SAG ES zur Besprechung und Lösung von Konflikten kennen. Wir übertragen es auf die Moderation von Konflikten in unserer Rolle als agile Coach, sodass ihr konkretes Handwerkszeug für zukünftige Konflikten erlernt.


Die Hausaufgaben zu diesem Block haben außerdem einen konkreten Bezug zu den Themen “Psychologische Sicherheit und Konflikten”, sodass wir diese Themen im kommenden Block 4 erneut aufgreifen können. Mit der Abschlussrunde endet auch dieser Block nach zwei Tagen.


Unsere nächste Agile Coach-Ausbildung startet im Mai 2025. Hier findest du alle Details.

Zurück
Zurück

Agile Coach Ausbildung | Block 4

Weiter
Weiter

Agile Coach Ausbildung | Block 2