Agile Coach Ausbildung | Block 2

Der zweite Block unserer Agile Coach Ausbildung trägt den Titel: “Hypothesen bilden & Impulse setzen” und selbstverständlich ist genau dies das Fokusthema des Blocks — wenn auch nicht alles.


Wir schildern hier einen möglichen Ablauf des Ausbildungsmoduls. Der genaue Ablauf ist immer abhängig von Vorerfahrungen der Teilnehmenden und Fragen. Wir passen den Ablauf ganz oft auf die jeweilige Gruppe an, sodass Inhalte auch manchmal den Block wechseln.

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Der Block startet mit einem kurzen Rückblick, in dem wir uns mit den Hausaufgaben auseinandersetzen. Hierzu gibt es zunächst eine Übungsaufgabe in Kleingruppen, die die praktische Umsetzung der Hausaufgabe reflektiert, bevor wir uns anschließend Zeit für eine Auseinandersetzung in der Gesamtgruppe nehmen, um offene Fragen zu klären oder Erkenntnisse miteinander zu teilen.

Das Thema: Auftragsklärung

Im Anschluss starten wir in das Thema Auftragsklärung. Denn: Die Auftragsklärung ist der erste Moment zur Hypothesenbildung. Wir versuchen in der Auftragsklärung die Ist-Situation zu erfassen, das Anliegen zu verstehen und einen möglichen Zielraum auszumachen. Dabei ist es im agilen Coaching elementar, auch hier einen iterativen Ansatz zu wählen. Aus unserer Perspektive als Coach müssen wir wissen, welche Antworten wir brauchen, um einen Auftrag annehmen oder ablehnen zu können. Wir brauchen ein erstes Verständnis für die Situation der Coachees oder Teams, um daraus dann einen sinnvollen Prozess / ein aus unserer Erfahrung wirksames Vorgehen abzuleiten. Was wir nicht brauchen: alle Details.

Klar, je mehr Details, desto mehr Sicherheit gewinnen wir. Aber: Wir verlieren ggf. auch wertvolle Zeit, die Coachees aktiv zu involvieren und ins Handeln zu begleiten. Was ich damit genau meine:

Natürlich kann ich ein Vorgespräch mit der auftraggebenden Person, z.B. der Führungskraft, führen und anschließend mit den Teammitgliedern in ein Vorgespräch gehen (einzeln oder in der Gruppe). Völlig legitim. Stattdessen könnte ich aber auch das erste Vorgespräch direkt mit der Führungskraft und 1-2 Teammitgliedern planen, um mehr Perspektiven zu erhalten. Dieses Vorgehen baut auf den Informationen auf, die wir haben, es folgt einem iterativen Ansatz und möchte (im agilen Sinne) schnell ins Handeln kommen. Das bedeutet:

Im agilen Coaching ist die Auftragsklärung immer ein andauernder Prozess. Anstatt in Theorien und Gesprächen zu verharren, um das perfekte Vorgehen zu finden, starten wir mit spärlichen Informationen und verlagern die Auftragsklärung in den Coachingprozess.

Ein konkretes Beispiel: Wir schlagen im ersten Schritt einen Auftaktworkshop mit dem Team vor, in welchem es die aktuelle Situation reflektieren und erste Maßnahmen ableiten kann. Im Anschluss machen wir einen Folgevorschlag für die weitere Begleitung bzw. das weitere Vorgehen.

Durch ein solchen Vorgehen schaffen wir es, unser agiles Coaching von Anfang an in Iterationen und Inkrementen aufzusetzen. Statt theoretischer Auseinandersetzung mit der Frage: “Was brauchen wir als Team?” hat das Team nach einem Zeitinvest diese Frage geklärt und zusätzlich schon erste Veränderungen beschlossen. Es ist wie in der agilen Umsetzung von Produkten: Anstatt die einzelnen Phasen (Planung, Umsetzung, Testing) nacheinander abzuarbeiten, machen wir diese jedes Mal — in Iterationen und kleinen Inkrementen.

Auftragsklärung mit einem Auftaktworkshop

In der Agile Coach-Ausbildung klären wir also gemeinsam, welche Antworten wir brauchen, um einen Auftrag so weit zu verstehen, dass wir annehmen oder ablehnen können. Entsprechend klären wir natürlich welche Fragen wir (uns und unserem Gegenüber) stellen müssen und wir klären, welche Möglichkeiten der Auftragsklärung es abseits von Vorgesprächen gibt, um den agilen Ansatz auch hier zu verfolgen.

Nach dieser Klärung werden die Agenda und der Ablauf eines Auftaktworkshops mithilfe eines Fallbeispiels in Kleingruppen erarbeitet. Dabei liegt der Fokus natürlich auch auf den Fragen: Welche Beobachtungen lest ihr im Fallbeispiel? Und was sind mögliche Interpretationen?

Die verschiedenen Lösungen schauen wir uns dann gemeinsam an, reflektieren Stärken und Schwächen und dokumentieren die Erkenntnisse.

Impulse, Interventionen und das Einbringen von Ideen

Im Coaching stehen Fragen im Vordergrund. Fragen, die Menschen in die Reflexion bringen oder Möglichkeitsräume öffnen sollen. All diese Coachingfragen können wir in unterschiedlichen Kategorien, wie z.B. paradoxe Fragen, zirkuläre Fragen oder hypothetische Fragen, zusammenfassen. Doch neben Fragen gibt es auch andere Impulsformen, wie z.B. das aktive Zuhören und das Paraphrasieren. Mit genau diesen setzen wir uns nun theoretisch auseinander, bevor sie in einer Coachingübung direkt geübt werden können.

Im Anschluss nehmen wir uns gemeinsam Zeit, die Coachingübung zu reflektieren und halten fest, dass es neben Impulsen im agilen Coaching auch noch Interventionen zur Erweiterung des Systemverständnisses gibt und abhängig vom Reifegrad der Coachees auch Ideen eingebracht werden können. Was dieser Reifegrad meint, klären wir an Tag 2.

Tag 2 der Agile Coach Ausbildung (Block 2)

Am zweiten Tag starten wir mit einer Ankommensrunde und nehmen uns auch hier erneut Zeit, eventuell offene Fragen und Gedankenstränge einzuordnen. Im Anschluss kommen wir auf das Thema Reifegrade zurück und beschäftigen uns hierfür mit dem Modell “Situatives Führen II” von Hersey & Blanchard. Mit einer Gruppenübung erarbeiten die Teilnehmenden Beobachtungen für die jeweiligen Reifegrade und leiten hieraus ab, wie ausgeprägt der Lösungs- und Möglichkeitsraum ihrer Coachees bereits ist oder ob diese entsprechende Ideen zum weiteren Vorgehen vom Coach benötigen.

Dieses Thema vertiefen wir dann mit einer weiteren Übung, die erneut auf ein Fallbeispiel zurückgreift, welches wir zur Verfügung stellen. Dabei geht es auch wieder um: benennen von Beobachtung und Interpretation des passenden Reifegrads. Sofern noch Zeit ist, sammeln wir dann auch mögliche Ideen, die vorgeschlagen werden könnten, um parallel euren Werkzeugkoffer zu erweitern.

Selbstbeauftragung

Der Nachmittag steht im Zeichen des Themas: Selbstbeauftragung. Diesem Thema nähern wir uns über die Reflexion eigener Antreiber und Motivatoren, um ein Verständnis für Gründe von Selbstbeauftragung zu entwickeln. Dieses Verständnis vertieft ihr anschließend in einer weiteren Coachingübung mit dem Anliegen: “Ich möchte reflektieren, in welchen Situationen ich zur Selbstbeauftragung neige und wie ich das am besten schon vorher erkennen kann”. Die Coachingübung findet wieder in Kleingruppen statt, in denen es jeweils einen Coach, einen Coachee und mindestens eine beobachtende Person gibt. Die Rollen werden getauscht, bis alle einmal jede Rolle inne hatten.


Auch dieser Block endet wieder mit der Hausaufgabe und einer Abschlussrunde.


Unsere nächste Ausbildung startet am 08. Mai 2025. Hier findest du alle Details.

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