Die Jahresreflexion 2024
Nein, das hier ist noch nicht der Rückblick. Dieser kommt (wie letztes Jahr) wieder im Januar. In diesem Jahr habe ich mir neben meiner fast schon standardisierten Auswertung sehr bewusst Zeit genommen, das Jahr 2024 noch einmal genauer anzuschauen und mich zu fragen: Was will ich eigentlich in 2025? Bei der Beantwortung dieser Fragen hat mir dieses Jahr ChatGPT geholfen.
Der Prozess der Reflexion
Den Reflexionsprozess habe ich in drei Phasen unterteilt:
Rückblick auf 2024
Qualitative Ziele für 2025
Quantitative Ziele für 2025
Begonnen hat die Reflexion entsprechend mit der Frage: “Welche beruflichen und persönlichen Erlebnisse haben dich 2024 besonders erfüllt?” — eine wenig originelle Frage, die hätte ich mir auch selbst stellen können. Aber mit irgendwas muss man ja anfangen.
Mir fiel es schwer, erfüllende Momente zu benennen, denn 2024 war kein Jahr voller Highlights. Dennoch habe ich einige positive Aspekte gefunden und reflektiert, warum diese Momente wichtig für mich waren. Dabei stellte ChatGPT Folgefragen wie: "Welche Werte oder Bedürfnisse wurden in diesen Momenten angesprochen?" und "Welche dieser Erlebnisse würdest du gerne in 2025 verstärken?"
Der Wechsel von der Ereignisebene in die Gefühlsebene hat mir tatsächlich geholfen. Vor allem konnte ich besser verstehen, warum ich den Eindruck habe, dass 2024 nicht unbedingt voll mit Highlights war.
Details und das “Große Ganze”
In meiner Reflexion bin ich zwischen detaillierten Fragen und dem Überblick gewechselt. ChatGPT fragte beispielsweise: "Welche Ereignisse haben dich stolz gemacht?" oder "Was hat dir Energie gegeben?" Diese detaillierten Betrachtungen halfen mir, Muster zu erkennen. Gleichzeitig musste ich darauf achten, den Prozess nicht aus den Augen zu verlieren. ChatGPT hatte nämlich die Tendenz, in einem Detail stecken zu bleiben und die zuvor gesetzte Struktur zu ignorieren. Hier war es wichtig, aktiv zu steuern und selbst den roten Faden zu bewahren. Ist halt eben doch nur eine KI und kein menschliches Gehirn.
Der ideale Monat als Grundlage
Ein Impuls von ChatGPT war es, meinen idealen Tag zu beschreiben, um klarer zu bekommen, was mir eigentlich wichtig ist und wie ich mir das in der Zukunft so vorstelle. Ich hab gemerkt, dass ein Tag nicht reicht und habe stattdessen meinen idealen Monat entwickelt, der alles, was so ansteht, in Einklang bringt. Mit diesem Ansatz konnte ich meine zeitlichen und auch energetischen Kapazitäten realistisch einschätzen und gedanklich schon erste Ideen für realistische Ziele entwickeln.
Qualitative und quantitative Ziele für 2025
Am Ende der Reflexion hatte ich nicht nur eine Liste von Highlights und Herausforderungen aus 2024, sondern hieraus auch wichtige Aspekte und einen Zielraum für 2025 abgeleitet. 2025 will ich besonders auf folgende Aspekte achten und diese logischerweise auch regelmäßig reflektieren:
Freiheit: Ich möchte mehr Tage erleben, an denen ich meine Zeit so gestalten kann, dass sie mir und meinen Bedürfnissen entspricht.
Verbundenheit: Es ist mir wichtig, Beziehungen zu Menschen und dem Pony zu vertiefen, in denen Vertrauen, gemeinsame Entwicklung und Freude im Vordergrund stehen.
Balance: Ich strebe eine gesunde Mischung aus produktiver Arbeit, Ponyzeit und Erholung an, um mich innerlich und äußerlich im Gleichgewicht zu fühlen.
Sinnhaftigkeit: Ich möchte an Dingen arbeiten und mich mit Themen beschäftigen, die mich erfüllen und einen positiven Unterschied für andere und mich selbst machen.
Freude: Ich möchte bewusst Zeit für Aktivitäten und Momente schaffen, die mich glücklich machen.
Lernen: Ich will kontinuierlich lernen, wachsen und Neues entdecken, sei es durch mein Studium, meine Arbeit oder sonstige Aktivitäten.
Ich habe in der Jahresreflexion dieses Jahr so viel Wert auf qualitative Ziele gelegt, weil es mir wichtig war, mal etwas tiefer zu gucken. In den Jahren zuvor habe ich natürlich auch schon reflektiert, ich habe aber weniger darüber nachgedacht “was genau” ich eigentlich machen will und welche Art von Teams ich begleiten oder was für Workshops ich durchführen möchte. Stattdessen habe ich mich meist recht zahlenorientiert bewegt.
Durch diesen diesjährigen Reflexionsprozess sind mir verschiedene Dinge klar geworden:
Ich arbeite gerne mit Teams und begleite diese auch gerne. Anfragen und Aufträge von dysfunktionalen Teams kommen allerdings so oder so. Ich muss hier ehrlich und gerecht zu mir sein: Diese Aufträge sind auch anstrengend. Deshalb brauche ich einen entsprechenden Ausgleich (siehe auch Sinnhaftigkeit), also Termine, die mir Freude bereiten. Und das kann ich durchaus steuern. Neben den oben genannten Aspekten habe ich mir also außerdem vorgenommen:
eine Agile Coach Präsenz-Ausbildung durchzuführen mit mindestens 9 Teilnehmenden (hier gibt’s dazu schon mehr).
einen Durchlauf von Agile Coach Essentials mit mindestens 6 Teilnehmenden durchzuführen (mehr dazu hier)
mein Studium abschließen und die Bachelorthesis einreichen.
ChatGPT: Was gut lief und was nicht
ChatGPT war hilfreich, um Struktur und neue Perspektiven in meine Reflexion zu bringen. Besonders bei der Zusammenfassung von Mustern und Werten war die KI eine große Unterstützung. Weniger gut war jedoch, dass ChatGPT den Überblick nicht immer behalten hat. Ich musste aktiv eingreifen, um die Reflexion auf Kurs zu halten, weil die KI dann doch gerne vergessen hat, worum es eigentlich ging, bevor ich in ein Thema eingetaucht bin. Letztlich hat die Kombination aus KI und eigener Steuerung für mich jedoch ziemlich gut funktioniert und ich bin aktuell gerade ziemlich motiviert all die Maßnahmen umzusetzen, damit mein 2025 auch so wird, wie ich es mir vorstelle.