Warum es sich lohnt, Prozesse zu hinterfragen

In vielen Teams und Unternehmen haben sich über die Jahre feste Abläufe und Strukturen etabliert. Immerhin lernt man, entwickelt sich weiter. Dummerweise können feste Abläufe und Strukturen auch zu wenig hilfreichen Komfortzonen werden. Diese "Komfortzonen" fühlen sich vertraut an, sind jedoch häufig alles andere als bequem. Sie können ineffizient sein, Kreativität und Innovation ersticken und letztlich den Fortschritt eines Teams blockieren. Aber warum fällt es uns so schwer, diese eingefahrenen Prozesse zu hinterfragen und zu verändern?

Komfortzone: Mehr Last als Entlastung?

Die Komfortzone wird oft als ein sicherer Hafen betrachtet – ein Ort, an dem wir uns geborgen fühlen und alles nach Plan verläuft. Doch diese Vorstellung trügt. Häufig bestehen Komfortzonen aus alten, eingefahrenen Gewohnheiten, die mehr Last als Entlastung bedeuten. Ein typisches Symptom ist der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht.“ In Meetings, die keine klaren Ziele verfolgen, wird Zeit verschwendet, und veraltete Prozesse verhindern, dass das Team sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Diese ungesunden Komfortzonen vermitteln zwar eine trügerische Sicherheit, verhindern jedoch echte Weiterentwicklung und Produktivität.

Kleine Schritte, große Wirkung

Der Ausweg aus dieser ungesunden Routine besteht darin, den Mut zu haben, bestehende Prozesse zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren. Hierbei sind es oft die kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die den größten Effekt haben. Ein Beispiel ist die Einführung regelmäßiger Reflexionsrunden im Team, in denen hinterfragt wird, warum bestimmte Meetings stattfinden oder ob sie überhaupt notwendig sind. Diese Reflexion kann dazu führen, dass ineffiziente Meetings abgeschafft oder umgestaltet werden, sodass sie wieder einen echten Mehrwert bieten.

Ein weiterer Ansatz ist die Nutzung des „Ampel-Prinzips“, bei dem Teammitglieder täglich oder wöchentlich ihren aktuellen Arbeitsstand mit einer Farbe kennzeichnen (Grün = alles im Lot, Gelb = es wird eng, Rot = Überlastung). Dies schafft Transparenz und erleichtert es dem Team, sich gegenseitig zu unterstützen und rechtzeitig einzugreifen, bevor die Situation eskaliert.

Mut zur Veränderung

Der Weg aus der Komfortzone erfordert Mut und Offenheit. Es bedeutet, Gewohnheiten loszulassen und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Doch die Belohnung ist es wert: Teams, die bereit sind, eingefahrene Prozesse zu hinterfragen und sich auf neue Methoden einzulassen, entwickeln sich weiter, arbeiten produktiver und schaffen eine gesündere Arbeitsumgebung.

Ein wirklich agiles Team erkennt, dass Veränderung nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance ist. Indem ihr bewusst und regelmäßig eure Arbeitsweisen reflektiert und anpasst, könnt ihr sicherstellen, dass eure Komfortzone nicht zur Last wird, sondern ein Ort bleibt, an dem Innovation und Zusammenarbeit wachsen können.

Wenn ihr das Gefühl habt, festzustecken oder einfach mal einen neuen Blickwinkel braucht, dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, die Komfortzone kritisch unter die Lupe zu nehmen. Habt den Mut, Prozesse zu hinterfragen und macht den ersten Schritt in Richtung Veränderung!

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