Zwischen Autonomie und Zusammenarbeit in agilen Teams

In der Welt agiler Teams sind zwei Schlüsselkomponenten unverzichtbar für den Erfolg: Autonomie und Zusammenarbeit. Während Autonomie das Engagement und die Eigeninitiative der Teammitglieder steigert, bildet Zusammenarbeit die Grundlage für Innovation und effektive Problemlösung. Das richtige Gleichgewicht zwischen diesen beiden Aspekten zu finden, ist für agile Teams entscheidend, um hochperformant und beweglich zu bleiben.

Die Bedeutung von Autonomie und Zusammenarbeit

Autonomie im Arbeitsumfeld bedeutet, den Teammitgliedern die Freiheit und das Vertrauen zu geben, Entscheidungen innerhalb ihres Verantwortungsbereichs eigenständig zu treffen. Diese Freiheit fördert nicht nur die individuelle Zufriedenheit und Motivation, sondern ermöglicht es den Mitarbeitenden auch, ihre Kreativität und Innovation einzubringen. In einer Studie von Hackman und Oldham wurde festgestellt, dass Job-Autonomie eine der Kernbedingungen für Arbeitsmotivation ist, was deren Wichtigkeit unterstreicht.

Zusammenarbeit hingegen ist das Zusammenspiel von Individuen, um gemeinsam Ziele zu erreichen. In agilen Teams, wo Komplexität und Wandel allgegenwärtig sind, ermöglicht effektive Zusammenarbeit das Zusammenführen verschiedener Perspektiven, Fähigkeiten und Erfahrungen. Dies führt zu einer verbesserten Problemlösung und Innovation, da durch die Zusammenarbeit neue Ideen entstehen und bestehende weiterentwickelt werden können.

Verbindung zu den fünf inneren Antreibern

Die fünf inneren Antreiber – sei perfekt, mach schnell, sei stark, streng dich an und sei gefällig – spielen eine wesentliche Rolle dabei, wie Individuen in einem Team arbeiten und interagieren. Die Kenntnis dieser Antreiber kann Teams dabei helfen, ein Umfeld zu schaffen, das sowohl individuelle Autonomie als auch effektive Zusammenarbeit fördert.

Ein Teammitglied mit einem stark ausgeprägten "Sei perfekt"-Antreiber mag beispielsweise Autonomie bevorzugen, um an Lösungen zu arbeiten, die seinen hohen Standards entsprechen. Andererseits könnte jemand mit einem "Sei gefällig"-Antreiber die Zusammenarbeit bevorzugen, da diese Person Wert darauf legt, Beiträge zu leisten, die das Team voranbringen und von anderen geschätzt werden. Durch das Verständnis dieser Antreiber können Teams Strategien entwickeln, die sicherstellen, dass jedes Mitglied in einer Weise arbeiten kann, die die jeweilige intrinsische Motivation maximiert, während gleichzeitig der kollektive Erfolg des Teams gesichert wird.

Herausforderungen und Chancen

Das Gleichgewicht zwischen Autonomie und Zusammenarbeit ist nicht immer leicht zu erreichen. Teams können auf verschiedene Herausforderungen stoßen, wie zum Beispiel Konflikte zwischen Teammitgliedern mit unterschiedlichen inneren Antreibern oder Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation. Ein Team, das zu stark auf Autonomie setzt, kann Schwierigkeiten haben, sich zu koordinieren und gemeinsame Ziele zu erreichen, während ein Übermaß an Zusammenarbeit die individuelle Kreativität und Initiative einschränken kann.

Die Lösung liegt oft in der Mitte. Durch regelmäßige Reflexion und Anpassung der Arbeitsweisen können Teams ein Gleichgewicht finden, das sowohl die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder berücksichtigt als auch die Effizienz und Effektivität der Zusammenarbeit maximiert. Eine offene Kommunikation, das Setzen gemeinsamer Ziele und das Verständnis für die verschiedenen inneren Antreiber sind Schlüssel, um sowohl Autonomie als auch Zusammenarbeit zu fördern und das Beste aus beiden Welten zu vereinen.



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04/2024: Die Balance zwischen Individualität und Gemeinsamkeit

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Die inneren Antreiber im Alltag