Ohne Selbstreflexion kein gutes Coaching

Selbstreflexion – das Buzzword schlechthin im Coaching. Aber Hand aufs Herz: Wie oft nehmen wir uns als Coaches wirklich die Zeit, in den eigenen Spiegel zu schauen? Dabei ist genau das der Hebel, der uns besser macht. Nicht nur für uns selbst, sondern vor allem für die Menschen, die wir begleiten. Routine mag bequem sein, aber sie birgt die Gefahr, dass sich Standardlösungen einschleichen. Diese passen vielleicht nicht mehr zu den individuellen Herausforderungen der Coachees. Reflexion hilft uns, solche Automatismen aufzuspüren und bewusst neue Wege zu gehen.

Als Coach bist du oft der Spiegel für dein Gegenüber. Aber wie klar ist dieser Spiegel wirklich? Blinde Flecken, unausgesprochene Vorurteile oder festgefahrene Denkmuster können die Zusammenarbeit trüben. Genau hier setzt die Reflexion an: Sie hilft, die eigenen Unschärfen zu beseitigen und präsent und authentisch zu bleiben. Ohne diese Arbeit stagnieren wir – und mit uns auch die Coachees. Reflexion ist der Motor für persönliches Wachstum und die Weiterentwicklung unserer Coaching-Skills.

Jede Person, die uns gegenübersitzt, bringt eigene Themen, Dynamiken und Ziele mit. Coachees sind keine Kopien voneinander, und das macht die Sache spannend. Gleichzeitig fordert es von uns, flexibel zu sein und unsere Methoden immer wieder anzupassen. Reflexion schärft dieses Bewusstsein und macht uns besser darin, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Und dann ist da noch ein Aspekt, über den viel zu selten gesprochen wird: Coaching kann kräftezehrend sein. Vor allem dann, wenn wir immer nur geben und selten innehalten, um selbst aufzutanken. Regelmäßig innezuhalten, hilft uns, unsere Grenzen zu wahren und die Freude an unserer Arbeit zu erhalten.

Wie das konkret aussehen kann? Ein Reflexionstagebuch zu führen ist ein guter Anfang. Einfach nach jeder Sitzung ein paar Gedanken festhalten: Was lief gut? Was war herausfordernd? Welche Muster erkenne ich bei mir selbst? Auch Feedback von Coachees und Kolleg*innen ist Gold wert. Oft reicht schon eine kleine Frage von jemand anderem, um einen großen Aha-Moment auszulösen. Und natürlich ist der Austausch mit anderen Coaches eine wahre Fundgrube an Ideen und Perspektiven.

Und natürlich ist Supervision immer eine gute Idee.

Selbstreflexion ist kein To-do, das man abhakt. Es ist ein stetiger Prozess, der uns begleitet – manchmal fordernd, aber immer lohnend. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, dranzubleiben. Und seien wir ehrlich: Genau das predigen wir doch auch unseren Coachees, oder? Also, Spiegel raus – es lohnt sich.

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